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Inhalt
Aktuelle Gesamtausgabe
Änderungshistorie
Amtliche Abkürzung:DVO-NJagdG
Ausfertigungsdatum:23.05.2008
Gültig ab:30.05.2008
Dokumenttyp: Verordnung
Quelle:Wappen Niedersachsen
Fundstelle:Nds. GVBl. 2008, 194
Gliederungs-Nr:79200
Verordnung zur Durchführung des Niedersächsischen Jagdgesetzes
(DVO-NJagdG)
Vom 23. Mai 2008
Zum 20.11.2019 aktuellste verfügbare Fassung der Gesamtausgabe
Stand: letzte berücksichtigte Änderung: neue §§ 1 und 4 eingefügt, alte §§ 1 bis 4 zu neuen §§ 2, 3, 5 und 6 geändert durch Verordnung vom 28.09.2019 (Nds. GVBl. S. 266)

Nichtamtliches Inhaltsverzeichnis

Aufgrund des § 26 Abs. 1 Nr. 1 und des § 34 Nr. 2 des Niedersächsischen Jagdgesetzes vom 16. März 2001 (Nds. GVBl. S. 100), zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom 13. Dezember 2007 (Nds. GVBl. S. 708), wird verordnet:

§ 1
Einschränkungen sachlicher Verbote

(1) Schwarzwild in der Falle darf entgegen

1.

§ 19 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. b des Bundesjagdgesetzes unter Verwendung von Büchsenpatronen mit einem Kaliber ab 5,6 mm und einer Mündungsenergie von mindestens 400 Joule und

2.

§ 19 Abs. 1 Nr. 5 Buchst. a des Bundesjagdgesetzes unter Verwendung künstlicher Lichtquellen

durch Kopfschuss erlegt werden.

(2) Entgegen § 19 Abs. 1 Nr. 11 des Bundesjagdgesetzes darf Wild

1.

von einer Ansitzeinrichtung, die auf der Ladefläche eines Kraftfahrzeuges oder eines angekoppelten Anhängers befestigt ist und das Dach des Fahrerhauses um mindestens 0,5 m überragt, und

2.

von einem landwirtschaftlichen Anhänger

erlegt werden, wenn das Fahrzeug während der Jagdausübung steht und das Fahrerhaus nicht besetzt ist.

(3) In gefährdeten Gebieten nach § 14 d Abs. 2 der Schweinepest-Verordnung in der Fassung vom 16. Dezember 2018 (BGBl. I S. 2594) darf entgegen

1.

§ 19 Abs. 1 Nr. 1 des Bundesjagdgesetzes mit Schrot mit einem Durchmesser von mindestens 3 mm aus einer Entfernung von höchstens 30 m auf gestreifte Frischlinge geschossen werden,

2.

§ 19 Abs. 1 Nr. 5 Buchst. a des Bundesjagdgesetzes Schwarzwild unter Verwendung künstlicher Lichtquellen und Vorrichtungen zum Anstrahlen oder Beleuchten des Ziels erlegt werden und

3.

§ 19 Abs. 1 Nr. 10 des Bundesjagdgesetzes Schwarzwild in Notzeiten in einem Umkreis von weniger als 200 m von Fütterungen erlegt werden.


§ 2
Jagdzeiten für nach Landesrecht jagdbare Tierarten

Für das nachstehend genannte Wild gelten die folgenden Jagdzeiten:

1.

Waschbären
jedoch für Jungwaschbären

16. Juli bis 31. März,
ganzjährig,

2.

Marderhunde
jedoch für Jungmarderhunde

1. September bis 28. Februar,
ganzjährig,

3.

Minks
jedoch für Jungminks

1. August bis 28. Februar,
ganzjährig,

4.

Nutrias

ganzjährig,

5.

Rabenkrähen

1. August bis 20. Februar,

6.

Elstern

1. August bis 28. Februar,

7.

Nilgänse

1. August bis 15. Januar,
abweichend davon in den Vogelschutzgebieten, die in Spalte 3 der Anlage gekennzeichnet sind,
1. August bis 30. November.

§ 3
Jagdzeiten für nach Bundesrecht jagdbare Tierarten

(1) Für das nachstehend genannte Wild gelten abweichend von der Verordnung über die Jagdzeiten vom 2. April 1977 (BGBl. I S. 531), zuletzt geändert durch Artikel 2 der Verordnung vom 7. März 2018 (BGBl. I S. 226), die folgenden Jagdzeiten:

1.

Rotwild

 

 

a) Kälber, Alttiere

1. September bis 31. Januar,

 

b) Schmaltiere, Schmalspießer

1. Mai bis 31. Mai und
1. August bis 31. Januar,

2.

Damwild

 

 

a) Kälber

1. September bis 31. Januar,

 

b) Schmaltiere, Schmalspießer

1. Mai bis 31. Mai und
1. August bis 31. Januar,

 

c) Hirsche

1. August bis 31. Januar,

3.

Sikawild

 

 

a) Kälber

1. September bis 31. Januar,

 

b) Schmaltiere, Schmalspießer, Hirsche

1. August bis 31. Januar,

4.

Rehwild

 

 

a) Kitze

1. September bis 31. Januar,

 

b) Schmalrehe

1. Mai bis 31. Mai und
1. September bis 31. Januar,

 

c) Rehböcke

1. Mai bis 31. Januar,

5.

Feldhasen

1. Oktober bis 31. Dezember,

6.

Wildkaninchen, ausgenommen Jungkaninchen

1. Oktober bis 15. Februar,

7.

Dachse

1. August bis 31. Januar, jedoch für Jungdachse ganzjährig,

8.

Füchse, ausgenommen Jungfüchse

16. Juni bis 28. Februar,

9.

Rebhühner

16. September bis 30. November,

10.

Ringeltauben

 

 

a) Alttauben

20. August bis 31. März
mit der Maßgabe, dass die Jagd vom 20. August bis 31. Oktober und vom 21. Februar bis 31. März nur zur Schadensabwehr und nur auf Alttauben ausgeübt werden darf, die in Trupps auf Ackerland oder auf Neueinsaaten von Grünland oder Baumschulkulturen einfallen,

 

b) Jungtauben

ganzjährig
mit der Maßgabe, dass die Jagd vom 21. Februar bis 31. März nur zur Schadensabwehr und nur auf Jungtauben ausgeübt werden darf, die in Trupps auf Ackerland oder auf Neueinsaaten von Grünland oder Baumschulkulturen einfallen,

11.

Türkentauben

1. November bis 31. Dezember,

12.

Höckerschwäne

1. November bis 20. Februar,
abweichend davon in den Vogelschutzgebieten, die in Spalte 3 der Anlage gekennzeichnet sind,
1. November bis 30. November,
jeweils mit der Maßgabe, dass die Jagd nur zur Schadensabwehr und nur auf Höckerschwäne ausgeübt werden darf, die in Trupps auf Ackerland oder Neueinsaaten von Grünland einfallen,

13.

Graugänse

1. August bis 15. Januar,
abweichend davon in den Vogelschutzgebieten, die in Spalte 3 der Anlage gekennzeichnet sind,
1. August bis 30. November,

14.

Kanadagänse

1. August bis 15. Januar,
abweichend davon in den Vogelschutzgebieten, die in Spalte 3 der Anlage gekennzeichnet sind,
1. August bis 30. November,

15.

Stockenten

1. September bis 15. Januar,
abweichend davon in den Vogelschutzgebieten, die in Spalte 4 der Anlage gekennzeichnet sind,
1. September bis 30. November,

16.

Pfeifenten

1. Oktober bis 15. Januar,
abweichend davon

a)

in den Vogelschutzgebieten, die in Spalte 4 der Anlage gekennzeichnet sind,

1. Oktober bis 30. November,
b)

in den Vogelschutzgebieten, die in Spalte 5 der Anlage gekennzeichnet sind,

keine Jagdzeiten,

17.

Krickenten

1. Oktober bis 15. Januar, abweichend davon

a)

in den Vogelschutzgebieten, die in Spalte 4 der Anlage gekennzeichnet sind,
1. Oktober bis 30. November,

b)

in den Vogelschutzgebieten, die in Spalte 6 der Anlage gekennzeichnet sind,
keine Jagdzeiten,

18.

Waldschnepfen

16. Oktober bis 31. Dezember,

19.

Silbermöwen

1. Oktober bis 10. Februar,
abweichend davon in den Vogelschutzgebieten, die in Spalte 7 der Anlage gekennzeichnet sind,
keine Jagdzeiten.

(2) Für das nachstehend genannte Wild gelten abweichend von der Verordnung über die Jagdzeiten keine Jagdzeiten:

1.

Mauswiesel,

2.

Wildtruthähne und Wildtruthennen,

3.

Bläss-, Saat- und Ringelgänse,

4.

Spieß-, Berg-, Reiher-, Tafel-, Samt- und Trauerenten,

5.

Lach-, Sturm-, Mantel- und Heringsmöwen.


§ 4
Jagd während wildartenspezifischer Setzzeiten

(1) Die Setzzeit von Schwarzwild dauert so lange, wie die Frischlinge der Bache Streifen tragen.

(2) In den gefährdeten Gebieten nach § 14 d Abs. 2 der Schweinepest-Verordnung dürfen entgegen § 22 Abs. 4 Satz 1 des Bundesjagdgesetzes auch Bachen gejagt werden, deren Frischlinge Streifen tragen.

§ 5
Schutzvorrichtungen zur Vermeidung von Wildschäden

1 Übliche Schutzvorrichtungen zur Abwendung von Wildschäden nach § 32 Abs. 2 Satz 2 des Bundesjagdgesetzes sind Wildzäune, die zur Abwehr von

1.

Rot- und Damwild eine Mindesthöhe von 1,80 m,

2.

Rehwild und Schwarzwild eine Mindesthöhe von 1,50 m,

3.

Muffelwild eine Mindesthöhe von 2,50 m und

4.

Wildkaninchen eine Mindesthöhe von 1,20 m

über der Bodenoberfläche haben. 2 Wildzäune gegen Schwarzwild müssen zudem am Boden gegen ein Hochheben durch das Schwarzwild befestigt sein. 3 Wildzäune zur Abwehr von Wildkaninchen müssen aus Drahtgeflecht von höchstens 40 mm Maschenweite bestehen und außerdem mindestens 0,30 m tief in die Erde eingelassen sein.

§ 6
Inkrafttreten

(1) 1 Diese Verordnung tritt am Tag nach ihrer Verkündung in Kraft. 2 Abweichend von Satz 1 tritt § 2 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. b am 1. Juli 2008 in Kraft.

(2) Am Tag nach der Verkündung dieser Verordnung treten außer Kraft:

1.

die Niedersächsische Verordnung über Jagdzeiten vom 6. August 2001 (Nds. GVBl. S. 593) und

2.

die Verordnung über Schutzvorrichtungen zur Vermeidung von Wildschäden vom 26. März 2001 (Nds. GVBl. S. 126).

Hannover, den 23. Mai 2008

Niedersächsisches Ministerium
für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz
und Landesentwicklung

Ehlen
Minister

Anlage

(zu § 1 Nr. 7, § 2 Abs. 1 Nrn. 12 bis 17 und 19)

Vogelschutzgebiete

Die Abgrenzung der Vogelschutzgebiete ergibt sich aus der Bekanntmachung des Ministeriums für Umwelt und Klimaschutz vom 28. Juli 2009 (Nds. MBl. S. 783) über die Erklärung von Gebieten zu Europäischen Vogelschutzgebieten

Spalte 1

Spalte 2

Spalte 3

Spalte 4

Spalte 5

Spalte 6

Spalte 7

Nummer

Name

 

 

 

 

 

 

 des Vogelschutzgebiets

 

 

 

 

 

V01

Niedersächsisches Wattenmeer und angrenzendes Küstenmeer

X

X

X

X

X

V02

Wangerland

 

X

X

 

 

V03

Westermarsch

X

X

 

 

 

V04

Krummhörn

X

X

X

 

 

V06

Rheiderland

X

X

 

 

 

V08

Leinetal bei Salzderhelden

 

X

 

X

 

V09

Ostfriesische Meere

X

X

 

 

 

V10

Emsmarsch von Leer bis Emden

X

X

X

 

 

V11

Hunteniederung

 

X

X

 

 

V16

Emstal von Lathen bis Papenburg

X

X

X

X

 

V17

Alfsee

 

X

 

 

X

V18

Unterelbe

X

X

X

X

 

V27

Unterweser

X

X

X

 

 

V35

Hammeniederung

X

X

X

 

 

V37

Nds. Mittelelbe

X

X

X

X

 

V39

Dümmer

X

X

X

X

X

V42

Steinhuder Meer

X

X

 

 

X

V46

Drömling

 

X

 

X

 

V49

Riddagshäuser Teiche

 

X

 

 

 

V50

Lengeder Teiche

 

X

 

 

 

V51

Heerter See

 

 

 

 

X

V63

Ostfriesische Seemarsch zwischen Norden und Esens

X

X

 

 

 

V64

Marschen am Jadebusen

X

X

X

 

X

V65

Butjadingen

X

X